Sonderausbildungen für Hunde

Neben der Ausbildung zum Familienhund gibt es eine Reihe von Spezialausbildungen, durch die der Hund zu einem für den Menschen unverzichtbaren Helfer wird. Nicht jeder Hund ist jedoch für eine solche Ausbildung geeignet, da der Hund hierzu verschiedene Weseneigenschaften besitzen muss.

Blindenführhund

Blindenführhunde haben eine spezielle Ausbildung, die gewährleistet, dass blinde oder sehbehinderte Menschen eine gefahrlose Orientierung in vertrauter wie auch ungewohnter Umgebung haben. Nach §33 SBG V gelten Blindenführhunde als Hilfsmittel. Besonderes Kennzeichen des Blindenführhundes im Dienst ist das weiße Führgeschirr, welches ein offizielles Verkehrszeichen darstellt und somit alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Rücksicht verpflichtet. 1-2% aller Blinden in Deutschland besitzen einen Führhund, der ihnen ein hohes Maß an Mobilität, Sicherheit und Unabhängigkeit ermöglicht, was einen entscheidenden Faktor für die gesellschaftliche Integration blinder Menschen darstellt.

Der blinde Hundeführer ist der Navigator, der durch akustische Kommandos wie „suche Tür“, „überquere Straße“ dem Hund Befehle gibt. Der Hund übernimmt die Rolle des „Piloten“ und zeigt das Gefundene an, indem er davor stehen bleibt.

Blindenhunde führen sehbinderhinderte Menschen sicher durch den Ort, indem sie Hindernissen ausweichen und Begrenzungen wie Treppen oder Fußgängerüberwege anzeigen. Auch Bodenhindernisse wie Pfützen oder Schlaglöcher oder Höhenhindernisse wie herabhängende Äste zeigt ein gut ausgebildeter Blindenführhund an. Selbst wenn die Hindernisse für den Hund keine Hindernisse darstellen. Der Blindenführhund muss bei drohender Gefahr im Straßenverkehr in der Lage sein, seinen Befehl ausnahmsweise zu verweigern. Circa 70 Hörzeichen kennt ein guter Blindenführhund. Bei entsprechender Ausbildung kann er bis zu 400 Hörzeichen erlernen. Um diese Fähigkeiten beizubehalten, ist ein regelmäßiges Trainieren der Kommandos unabdingbar.

Nicht jeder Hund kann zum Blindenführhund ausgebildet werden. Eigenschaften wie Friedfertigkeit sind äußerst wichtig. Zudem muss es sich um einen gesunden Junghund handeln, da die ersten Eignungstests zum Blindenführhund bereits im Welpenalter mit ca. 8 Wochen stattfinden.

Die dafür vorgesehenen Welpentests werden von erfahrenen Führhundetrainern durchgeführt. Fällt dieser Test für den Welpen positiv aus, kommt er in eine sog. Patenfamilie, in der er ein Jahr lang sozialisiert wird. Diese Patenfamilie wird zu diesem Zweck von Führhundeschulen ausgesucht, angeleitet und kontrolliert.

Im ersten Lebensjahr werden die Junghunde mit den unterschiedlichsten Ereignissen und Situationen konfrontiert. Hierbei wird immer wieder besonders auf Nervenfestigkeit, Ängstlichkeit, Aggressionsverhalten, Jagdtrieb und auf Wohlverhalten im Umgang mit Menschen geachtet.

Die Rasse, die am geeignetsten ist, ist nicht festegelegt. Entscheidend ist nur, dass keine Hunde mit erhöhtem Aggressionspotential zu Blindenführhunden ausgebildet werden.

Meistens sind Königspudel, Riesenschnauzer, Deutsche Schäferhunde, Labrador, Retriever und Golden Retriever besonders geeignet, jedoch können auch Mischlinge für die Ausbildung geeignet sein. Entscheidend sind dabei nicht nur Charaktereigenschaften  sondern auch die Schulterhöhe der Tiere, die zwischen 50 und 65cm liegen sollte.

In speziellen Blindenführhundeschulen werden die Tiere durch unterschiedliche Methoden des Verhaltenstrainings ausgebildet. Die Kosten für die bis zu 12 Monate dauernde Ausbildung übernehmen die Krankenkassen.

Weitere Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung sind gesunde Gelenke und Augen der Hunde.

Wichtigste Voraussetzung für ein gut funktionierendes Führgespann (Mensch und Tier) ist die soziale Bindung zwischen ihnen. Im ersten Jahr ist daher der Aufbau einer Vertrauensbasis oberstes Ziel, da sonst Mensch und Tier später häufig unsicher auftreten. Ist das Vertrauensverhältnis aufgebaut, gilt es, diesen engen Kontakt auch zu halten. Oft ist die Bindung zum Hund für den Blinden stärker als die zum sehenden Partner.

Rettungshund

Rettungs- oder auch Suchhunde sind Haushunde mit einer speziellen Ausbildung und einer erfolgreich absolvierten Rettungshundeprüfung. Die Rettungshundeprüfung setzt eine ebenfalls erfolgreich abgeschlossene Begleithundeprüfung voraus. Das sogenannte Rettungshundeteam besteht immer aus Rettungshund und Rettungshundeführer. Der Zusammenschluss mehrerer Teams wird als Rettungshundestaffel, Rettungshundezug oder als biologische Ortung oder Lokalisation (beim THW) bezeichnet. Diese Teams und Staffeln werden ausgebildet, geprüft und von verschiednen Hilfs- und Rettungsorganisationen wie Deutsches Rotes Kreuz, ASB und THW eingesetzt. Das Einsatzgebiet von Rettungshunden umfasst aber auch u.a. die Unterstützung von Feuerwehren.

Einsatzschwerpunkte von Rettungshunden sind Flächensuche, Leichensuche, Trümmersuche, Lawinensuche, Wasserrettung, Mantrailing und Wasserortung. 


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